Förderprogramme in Deutschland

Fördermittel – Wie, wofür und woher?

Die preiswertesten Gelder gibt fast immer aus öffentlichen Fördertöpfen. Die europäische Union, der Bund und die Länder stellen jährlich Fördermittel in Millionenhöhe zur Verfügung. Doch nur wenige KMU machen bisher davon Gebrauch.

Fakt ist: wer Geld für Investitionen benötigt, sollte gezielt auf Fördermittel setzen. Und die gibt es für fst jeden Bereich: Existenzgründung, Mittelstandsförderung, Standortförderung, Schaffung und Erhalt von Arbeitsplätzen usw. Oftmals gibt es sogar mehrere Finanzspritzen, die für ein einzelnes Vorhaben passen und die miteinander kombiniert werden können.

Doch wie kann ein Unternehmen nun herausfinden, welches Förderprogramm nun für ein bestimmtes Projekt gilt und welche Programme miteinander kombiniert werden können? Einen umfassenden Überblick und Informationen findet man über die Förderdatenbank des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie (BMWi) unter www.bmwi.de. Hier sind alle Förderprogramme der EU, des Bundes und der Länder verzeichnet und detailliert beschrieben. Zusätzliche Informationen gibt es zu Adressen und Antragskonditionen.

Apropos Antrag – viele kleine und mittlere Unternehmen scheitern häufig an den bürokratischen Klippen, weil sie dem gewaltigen Verwaltungs-, Zeit- und Personalaufwand, der mit einem Fördermittelantrag verbunden ist, nicht gewachsen sind. Auch hier hilft das BMWi weiter: das Software-Tool „easy“ erleichtert die Arbeit durch integrierte Hilfsfunktionen, mit Richtlinien, Merkblättern und ergänzenden Tipps.

Um auf Nummer Sicher zu gehen, sollten Unternehmer auf jeden Fall Spezialisten zu rate ziehen. So etwa den Bundesverband der Unternehmensberater (www.bdu.de), die zuständigen IHKs oder private Dienstleister. So ist sichergestellt, dass möglichst alle Fördermaßnahmen für das in Frage kommende Projekt gefunden werden.

Ein wichtiger Punkt ist auf jeden Fall der Antragszeitraum! Wer alle Möglichkeiten nutzen will, sollte frühzeitig beginnen, denn je nach Umfang des Projektes ist mit einer Antragszeit von sechs bis zwölf Monaten zu rechnen. 

Was bei der Inanspruchnahme öffentlicher Fördermittel zu beachten ist

1.        Sie dürfen mit dem Vorhaben in der Regel erst beginnen, wenn der Antrag beim Förderinstitut eingegangen ist. Nachfinanzierungen oder Umschuldungen werden nicht gefördert.

2.        Die Gesamtfinanzierung des Vorhabens muss gesichert sein. Sie müssen sich in angemessenem Umfang mit Eigenmitteln an der Finanzierung beteiligen.

3.        Darlehensanträge werden im allgemeinen auf Formblättern über ein Kreditinstitut eigener Wahl (Hausbank) eingereicht; die Darlehen sind banküblich abzusichern.

4.        Zuschüsse sind wahlweise als Erträge zu versteuern oder von der Abschreibungsbemessungsgrundlage abzusetzen.

5.        Sie müssen die öffentlichen Mittel für den festgelegten Zweck verwenden und darüber einen Nachweis führen.

6.        Ein Rechtsanspruch auf die Gewährung öffentlicher Darlehen, Zuschüsse und Bürgschaften besteht nicht. Fördermittel werden im allgemeinen innerhalb bestimmter Haushaltsbudgets vergeben. Sind diese erschöpft, können Unternehmen auch bei Erfüllung der Kriterien keine Mittel erhalten.

7.        Sie sind verpflichtet, bei Finanzhilfeanträgen den Tatsachen entsprechende Angaben zu machen; im anderen Fall droht ein Strafverfahren wegen Subventionsbetrug nach § 264 Strafgesetzbuch